Verschwindet ein Tiefbiss ohne Kieferorthopädie und Zahnspangen?

Frage 1 von Frau N.K.:

Wir waren mit meinem 7-jährigen zur U-Untersuchung beim Kinderarzt. Dieser hat meinen Sohn angeschaut und in der Akte vermerkt, daß er einen Tiefbiss hat.
Die obere Zahnreihe überdeckt die untere komplett (Schneidezähne, Eckzähne). Er klagt öfter mal über Kopfschmerzen und der Kinderarzt meinte, das könne durchaus mit der Zahnfehlstellung in Zusammenhang stehen.

Wir sollen uns bei einem KFO vorstellen.

Nun ist es aber so, daß Sohnemann bis auf 2 Zähne noch das Milchgebiss hat (wackelt auch sonst noch nichts, die 6-Jahresmolare sind noch nicht durchgebrochen) und ich mich frage, ob eine Vorstellung beim KFO jetzt überhaupt schon Sinn macht.
Behandelt man sowas denn schon so früh ? Kann sich der Tiefbiss von alleine geben, wenn die anderen bleibenden Zähne kommen oder einmal Tiefbiss immer Tiefbiss ? (Wenn damit zu rechnen ist, daß der Tiefbiss auf bei den bleibenden Zähnen bleibt, stellt sich nämlich die Frage einer Zusatzversicherung für Zahnspangen)

Wie sind da Ihre Erfahrungswerte ?

Danke und viele Grüße
N. K.

Antwort zum Thema Tiefbiss von Dr. Weber:

Ja, es stimmt, der Biss hebt sich beim Durchbruch der drei großen Backenzähne an. Es gibt jedoch Wachstumsmuster bei denen das mehr oder weniger geschieht. Zudem entsteht dasBild eines Tiefbisses häufig auch in Verbindung mit anderen Anomalien. Liegt der Unterkiefer beispielsweise zurück erleichtert dies den Tiefbiss. Dies gilt besonders beim sogenannten Deckbiss. Bei diesem speziellen Tiefbiss ist eine Rücklage des Unterkiefers mit einer nach hinten und unten gekippten oberen Frontzahnreihe verbunden. Diese Form dürfte eher weniger von alleine verschwinden. Zudem wird hier der Unterkiefer im engen Oberkieferbogen gefangen. Gerade dieser Fehlbiss ist häufig mit Kopfschmerz verbunden. Es könntealso ratsam sein eine Voruntersuchung durchführen zu lassen und je nach Befund den Behandlungsbeginn zu planen. Vielleicht reicht zur Beseitigung des Kopfschmerzes ja Physiotherapie oder manuelle Therapie?

Viel Erfolg und alles Gute für Ihr Kind wünscht Ihnen

Dr. Joachim Weber

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